Da komme ich her.

Mein Weg zu Sprachen als Beruf

Sprachen haben mich schon als Kind fasziniert.

Wie beneidete ich meine iranische, meine polnische, meine jugoslawische Freundin in der Grundschule darum, dass sie mindestens zwei Sprachen beherrschten! Auf dem Gymnasium lernte ich später dann Latein, Englisch und Französisch, besuchte die Italienisch-AG und konnte sogar Japanisch als reguläres Wahlfach belegen.

Als ich in der 9. Klasse war, hielt unsere Religionslehrerin einmal einen englischen Text in die Höhe, den sie gern mit uns besprechen wollte, und fragte, wer denn gut genug Englisch könne, um ihn für alle ins Deutsche zu übersetzen. Wie nicht anders zu erwarten, schob man mir, dem Sprachenfan, diese Sonderaufgabe zu, die ich allerdings auch gern übernahm. Ich saß lange an der Übersetzung dieser A4-Seite (wenn ich mich recht erinnere, ging es um einen afrikanischen Schöpfungsmythos), denn ein „echter“ englischer Text war eben doch etwas anderes als die Schulbuchtexte, die ich kannte. Aber ich war mit Feuereifer bei der Sache, es machte mir einfach einen Riesenspaß. So kam es, dass ich bereits im zarten Alter von 15 Jahren wusste, dass ich mit dieser Tätigkeit – dem Übersetzen von Texten –  einmal mein Geld verdienen wollte.

Und so geschah es auch.

Nach dem Abitur ging ich 1992 für ein Jahr nach Japan, um die Sprache so zu lernen, wie es eben nur im Land möglich ist, in dem diese Sprache Alltag ist. Ich wohnte in einer japanischen Gastfamilie und arbeitete in einer Waldorfschule, einem Kindergarten und einem Tierkrankenhaus (wo ich nicht nur Mediziner-Japanisch lernte, sondern zum Beispiel auch, wie man Katzen so festhält, dass sie nicht kratzen, und wie man bei Hunden Fieber misst). Nebenbei gab ich Englischkurse und Deutsch-Nachhilfe und lernte beim Babysitten reizendes Babyjapanisch (und fand einen kleinen Freund fürs Leben).

1993 begann ich an der Humboldt-Universität in Berlin mit dem Studiengang Übersetzen, den ich Anfang 2000 mit dem Diplom abschloss. Direkt im Anschluss machte ich mich selbstständig und arbeite seit der Jahrtausendwende in meinem Traumberuf als freiberufliche Übersetzerin.